Ich dachte … ABER DU Herr!
„Aber der HERR ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächte. Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches und sprach: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme. Du warfst mich in die Tiefe, mitten ins Meer, dass die Fluten mich umgaben. Alle deine Wogen und Wellen gingen über mich, dass ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen, ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen. Wasser umgaben mich bis an die Kehle, die Tiefe umringte mich, Schilf bedeckte mein Haupt. Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott! Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den HERRN, und mein Gebet kam zu dir in deinen heiligen Tempel. Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade. Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen. Meine Gelübde will ich erfüllen. Hilfe ist bei dem HERRN. Und der HERR sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land.“ Jona 2,1-11
Jona war auf der Flucht – auf der Flucht vor Gott, denn wir lesen: „Aber Jona machte sich auf und wollte vor dem Herrn … fliehen!“ Er wollte, wie die Schrift sagt, „dem Herrn aus den Augen kommen“
Jona 1,3
Der Herr hatte Jona nach Ninive gesandt! Er sollte die Einwohner der Stadt vor dem nahenden Gericht warnen! Er sollte sie zur Umkehr auffordern und ihnen verkündigen: „Es sind noch vierzig Tage, so wird Ninive untergehen!“
Jona 3,4
Aber Jona wollte Ninive nicht gerettet sehen! Er wollte die Assyrer, die Feinde Israels, nicht warnen! Er wollte sie nicht zur Umkehr aufrufen! Er wollte ihnen nicht Gottes Heil und Errettung verkünden! Jona wollte ihren Untergang!
Jona wollte Gericht und Auslöschung! Er wollte, dass eine Stadt dem Erdboden gleichgemacht wird, in der 120000 Menschen lebten, die den Herrn nicht kannten!
Aber Gott wollte Leben erhalten und bewahren! ER wollte Verlorene erretten!
Jona aber teilte Gottes Gedanken und Absichten nicht! Im Gegenteil: Er boykottierte sie, in dem er ein Schiff bestieg, das ihn in die entgegengesetzte Richtung bringen sollte!
Das aber konnte und wollte der Herr nicht dulden, denn wir lesen: „Da ließ der Herr einen großen Wind aufs Meer kommen, und es erhob sich ein großes Ungewitter auf dem Meer, dass man meinte, das Schiff würde zerbrechen“
Jona 1,4
Aber auch jetzt noch, während die Schiffsleute vor Angst schrien und Ladung ins Meer warfen, um das Schiff leichter zu machen, war Jona nicht um das Wohlergehen seiner Mitmenschen besorgt!
Er war hinunter in das Schiff gestiegen und schlief tief und fest – unberührt, teilnahmslos, ohne Mitgefühl für die verzweifelte Not derer, die er durch seinen Ungehorsam in diese verzweifelte Lage gebracht hatte!
Wirst du ruhig schlafen können, wenn du weißt, dass Gottes Gericht in vierzig Tagen über die Welt hereinbrechen wird?
Können wir unberührt bleiben, wenn wir Menschen sehen, die „rudern und rudern“ und doch kein rettendes Ufer erblicken können?
Kann es uns egal sein, wenn wir Menschen treffen, die in ihrer Angst Hilfe bei Göttern suchen, die tot sind und nicht helfen können?
Jer.10,3+14
Kann man in dem, was uns von Jona berichtet wird, erkennen, dass er ein Prophet des Höchsten war, durch den sich Gott anderen Menschen offenbaren wollte?
Konnte Gott mit SEINEM Diener zufrieden sein? Konnte es IHM egal sein, dass ER von einem Mann, der von sich behauptete, den Gott Israels zu fürchten (Jona 1,9), derart falsch dargestellt und missrepräsentiert wurde? Gewiss nicht!
Was tat Gott, um seinen unbarmherzigen, ungehorsamen und eigensinnigen Propheten auf seinem Irrweg zu stoppen? Was tat der Herr, um Jona zur Einsicht und zur Umkehr zu bringen?
Zunächst musste Jona erkennen, wie aussichtslos es war, dem Herrn weglaufen zu wollen!
Doch nicht nur das! Während die Seeleute vor ihm standen, völlig durchnässt, verängstigt, erschöpft und hilflos, regte sich in Jona plötzlich Mitgefühl! Danach war er bereit, Verantwortung zu übernehmen!
Jona sagte: „Nehmt mich und werft mich ins Meer, so wird das Meer still werden und von euch ablassen. Denn ich weiß, dass um meinetwillen dies große Ungewitter über euch gekommen ist ... Und sie nahmen Jona und warfen ihn ins Meer. Da wurde das Meer still und ließ ab von seinem Wüten ... Aber der Herr ließ einen großen Fisch kommen, Jona zu verschlingen. Und Jona war im Leibe des Fisches drei Tage und drei Nächste“
Jona 1,12-2,1
Welche Absicht verfolgte der Herr, als ER einen Sturm aufkommen ließ, der erfahrene Seeleute zum Beten brachte?
Was bezweckte ER, als Jona ins Meer geworfen wurde und darin langsam versank?
Was wollte Gott erreichen, während Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch eines großen Fisches saß?
Wollte ER Jona bestrafen, töten oder nur disziplinieren?
Nein! Obgleich es das war, was Jona dachte, als sich die Fluten über ihm schlossen, denn er sagte: „Ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen, ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen ... Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich.“
Das waren nicht Gottes Gedanken, denn Jona erkannte auch: „Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und ER antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme. … Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich. Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!“
Ich rief! Ich schrie! Ich sank hinunter!
„Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!“
Gottes Gedanken waren nicht Leid, nicht Vergeltung, nicht Strafe!
Gottes Gedanken waren Errettung – „Zukunft und Hoffnung“ (Jer.29,11), denn wenn man bedenkt, dass in derselben Minute, in der Jona in den Fluten versank, ein Fisch zur Stelle war, groß genug, um Jona aufzunehmen und vor dem Ertrinken zu bewahren, dann erkennen wir darin nicht Gottes Zorn, sondern die Größe SEINER Macht und SEINE Fürsorge!
Doch dies war offenkundig: Bevor Gott seinen Propheten nach Ninive senden konnte, um 120000 Menschen vor dem Verderben zu bewahren, musste Jona selbst gerettet werden – von seinen Vorurteilen, seiner Unbarmherzigkeit und seinem Eigensinn!
Man könnte sagen, dass dieser Jona „sterben“ musste, damit Gott einen Jona senden konnte, der am eigenen Leib erfahren hatte, wie es sich anfühlt, wenn „sich der Erde Riegel hinter einem ewiglich schließen“.
„Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches und sprach: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und ER antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme.“
Das war es, was Gott, der Herr, erreichen wollte! ER wollte, dass Jona sich IHM zuwendet!
ER wollte, dass Jona seinen Irrweg verlässt und auf den Weg des Lebens zurückkehrt!
Und das war es auch, was Jona in seinem Gebet bezeugte, denn er sagte: „Die sich halten an das Nichtige, verlassen ihre Gnade“ (sie verlassen den, der ihnen Gnade erweist).
Gibt es etwas Schlimmeres, als Gottes Gnade für Nichts zu verlassen?
Was gewinnen wir, wenn wir die Gnade, die Gott uns in SEINEM Sohn anbietet, verlassen?
Nichts! Nur Nichtigkeiten!
Wir mögen der Meinung sein, dass Gott mit Jona zu hart ins Gericht ging, denn als Jona im Meer versank, ahnte der Prophet nicht, dass er drei Tage später – völlig unversehrt – wieder auf trockenem Boden stehen würde!
„Und Jona betete zu dem Herrn, SEINEM Gott, im Leib des Fisches!“
„Als meine Seele in mir verzagte, gedachte ich an den Herrn!“
Erst jetzt betete Jona! Erst jetzt, nachdem ihn die Wasserfluten umgaben und er in die Tiefe des Meeres sank!
Warum beten wir erst dann, wenn uns „Wasserfluten umgeben“?
Warum beten wir erst dann, wenn wir „in die Tiefe des Meeres sinken“?
Warum beten wir erst dann, wenn „unsere Seele verzagt ist“?
Warum beten wir nicht allezeit?
1.Thess.5,17
Gibt es nicht zehntausend Gründe, wofür wir unserem Gott und Vater danken können?
Ist nicht jeder Atemzug, den wir machen, ein Grund, IHM zu danken?
Ist nicht jeder Tag, den wir „in Christus“ erleben dürfen, ein Grund zum Danken?
Ist nicht das, was Gott uns mit SEINEM Sohn geschenkt hat, ein Grund, IHM zu danken?
„Und Jona betete zu dem HERRN, seinem Gott, im Leibe des Fisches und sprach: Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und ER antwortete mir. Ich schrie aus dem Rachen des Todes, und du hörtest meine Stimme.“
Ist es nicht großartig und wunderbar, dass Gott hört, wenn du zu IHM rufst?
Welcher Mensch weiß und glaubt, dass Gott seine Stimme auch dann hört, wenn er „tief im Meer, im Leib eines Fisches“, zu IHM ruft?
Ja, ER wird unsere Stimme sogar hören, wenn wir „im Rachen des Todes“ sind!
Für uns alle, die wir in Jesus unseren Herrn und Retter erkannt haben, steht diese Wahrheit felsenfest: Egal, wie tief wir „in die Tiefe hinabsinken“, in uns wirkt ein Auferstehungsleben, das stark und kraftvoll ist und das der Tod nicht festhalten kann.
Der, der gesagt hat: „Du wirst mich nicht dem Tode überlassen“, der wird auch uns nicht dem Tod überlassen (Jh.8,51), sondern uns „den Weg zum Leben kundtun“ und uns „mit Freude und Wonne“ erfüllen
Ps.16,10-11
„Ich dachte, ich wäre von deinen Augen verstoßen, ich würde deinen heiligen Tempel nicht mehr sehen ... Ich sank hinunter zu der Berge Gründen, der Erde Riegel schlossen sich hinter mir ewiglich.“
„Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!
Ich dachte …! ABER DU Herr, mein Gott!
„Und Jona betete zu dem Herrn … Ich rief zu dem Herrn in meiner Angst!“
Es macht einen Unterscheid, ob du betest – oder nicht!
Doch bete nicht nur, wenn es dir schlecht geht! Bete nicht nur, wenn du in Not bist! Bete nicht erst dann, wenn „deine Seele in dir verzagt“ und dir das Wasser bis zum Hals steht!
Es gibt kein Gebet, kein Flehen, das Gott, unser Vater, nicht hören würde!
Der, der „mich von allen Seiten umgibt“, der weiß, „ob ich sitze oder stehe, gehe oder liege“, der, der „meine Gedanken versteht“ und „alle meine Wege sieht“ (Ps.139,2-3), dieser Gott hört, wenn wir zu ihm rufen! Und ER wird uns gewiss antworten!
ER hat uns sogar verheißen: „Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören“
Jes.65,24
Doch was immer uns ins Gebet treibt, und egal, aus welchem Anlass wir zu Gott rufen: Es ist immer hilfreich, nützlich und segensreich, denn unsere ewige Bestimmung erfüllt sich nur in der Gemeinschaft mit Jesus Christus, SEINEM Sohn
1.Kor.1,9
Stunden, in denen wir „in die Tiefe sinken“, um danach das wahre Licht zu erkennen, sind nicht nur beklagenswert! Sie können auch sehr heilsam sein!
Stunden, in denen wir uns „im Rachen des Todes“ sehen, sind nicht zu bedauern, wenn wir dadurch „das ewige Leben ergreifen“
2.Tim.6,12
Stunden, in denen uns „die Tiefe umringt und Schilf unser Haupt bedeckt“, können uns in himmlische Sphären versetzen, wenn Christus uns zur Wahrheit wird!
Alles, was unser himmlischer Vater geplant, erdacht und bewirkt hat, damit wir uns IHM zuwenden und in Jesus Christus unseren Herrn und Erretter erkennen, ist nicht nur gut – es ist das Beste für uns, denn es steht geschrieben: „Denen, die Gott lieben, müssen alle Dinge zum Besten dienen“
Röm.8,28
„Ich rief zu dem Herrn in meiner Angst, und ER antwortete mir … Aber du hast mein Leben aus dem Verderben geführt, HERR, mein Gott!“
Gottes Gedanken über uns sind nicht Leid, nicht Vergeltung, nicht Bestrafung! SEINE Gedanken sind Heil und Errettung, Zukunft und Hoffnung!
ER lässt uns wissen: „Ich kenne ja die Gedanken, die ich über euch denke, spricht der HERR, Gedanken des Friedens und nicht zum Unheil, um euch Zukunft und Hoffnung zu gewähren“
Jer.29,11 Elberfeld
Doch wie schafft Gott es, dass wir zu Teilhaber SEINES ewigen Plans und Vorhabens werden?
Ja, ER will uns erretten, uns wohl tun, uns heilen, bewahren und am Leben erhalten!
Ja, Jesus will in uns alles neu machen!
Ja, ER will uns alle Verfehlungen vergeben und ein neues Herz schenken!
Ja, ER will in uns alles zerstören, was uns zerstören will!
Ja, Er will durch uns andere Menschen zur Umkehr rufen und vor dem Verderben bewahren!
Dafür aber benötigen wir ein neues Leben, eine neue Natur! Wir können Gott nicht in der Wesensart dienen, die wir in Jona erkannt haben!
Deshalb musste Jesus in den Tod gehen und „für uns alle den Tod schmecken“
Hebr.2,9
Deshalb musste ER „drei Tage und drei Nächte im Schoß der Erde sein“
Mt.12,40
Gottes Errettungswerk begann, als SEIN geliebter Sohn sich bereit erklärte, SEIN Leben für uns hinzugeben
Hebr.10,5-7
Im Tod Jesu Christi hat Gott unsere alte Natur und Wesensart gerichtet und verschlungen!
Jesus war nicht ungehorsam! ER schreckte nicht zurück, als ER zu Feinden geschickt wurde! Er verbarg sich nicht, als ER angespuckt wurde
Jes.50,6
Für mich wurde Gottes Errettungswerk Wirklichkeit, als ER mich in einem Nachtlokal fand und meine Flucht vor IHM endete!
Für mich wurde Gottes Errettungswerk Wirklichkeit, als ich in dieser Nacht den Namen Jesu Christi anrief, ER mir alle meine Missetaten vergab und mir SEIN eigenes Leben schenkte!
In der Folgezeit erkannte ich immer klarer, dass die „die Fluten, die über mich gegangen waren“ mir zu meinem Heil und meiner Errettung gedient hatten!
Es war heilsam und gut gewesen, dass mich „die Tiefe umringt und Schilf mein Haupt bedeckt hatte“.
Es war heilsam und gut gewesen, dass ich zuvor nicht wusste, wo oben und unten war!
Es war heilsam und gut, dass meine Seele Stunden der Einsamkeit und Angst erlebt hatte!
Es war deshalb gut gewesen, weil ich erkennen durfte, wie nichtig, sinnlos und inhaltslos ein Leben ohne Christus ist!
Was machst du, wenn deine Seele „in die Tiefe sinkt“? Zu wem wirst du dann rufen?
Wo wirst du sein, wenn sich „die Riegel der Erde“ hinter dir schließen werden?
Zuletzt lesen wir: „Und der HERR sprach zu dem Fisch, und der spie Jona aus ans Land.“
Wie schnell kann Jesus Christus, unser Herr und Retter, alles ändern, alles wenden, alles neu machen!
Dazu wurde IHM „alle Macht gegeben – im Himmel und auf Erden“
Mt.28,19
Sei voller Zuversicht, „dass ER das gute Werk, das ER in dir angefangen hat, auch vollenden wird“
Phil.1,6
Jona sagte: „Ich aber will mit Dank dir Opfer bringen!“