Die Gnade unseres Herrn Jesu Christus

„Und Jesus kam in der Kraft des Geistes wieder nach Galiläa, und die Kunde von IHM erscholl durch alle umliegenden Orte. Und ER lehrte in ihren Synagogen und wurde von jedermann gepriesen. Und ER kam nach Nazareth, wo ER aufgewachsen war, und ging nach SEINER Gewohnheit am Sabbat in die Synagoge und stand auf und wollte lesen. Da wurde IHM das Buch des Propheten Jesaja gereicht. Und als ER das Buch auftat, fand ER die Stelle, wo geschrieben steht (Jes.61,1-2): ‚Der Geist des Herrn ist auf mir, weil ER mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; ER hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.’ Und als ER das Buch zutat, gab er’s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge sahen auf IHN. Und ER fing an, zu ihnen zu reden: Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren“ (Lk.4,14-21).

1. Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren!

Welch ein erhaben Augenblick: Eine Prophetie, die siebenhundert Jahre zuvor ausgesprochen worden war, hatte sich erfüllt! Heute! Vor den Augen aller, die in der Synagoge von Nazareth versammelt waren!

Jeder Jude wusste, was das Gnadenjahr des Herrn bedeutete, denn Gott hatte SEINEM Volk durch Mose sagen lassen: „Und ihr sollt das fünfzigste Jahr heiligen und sollt eine Freilassung ausrufen im Land für alle, die darin wohnen; es soll ein Erlassjahr für euch sein. Da soll ein jeder bei euch wieder zu seiner Habe und seiner Sippe kommen“ (3.Mose 25,10).

Man kann sich die Freude und den Jubel vorstellen, wenn das Gnadenjahr des Herrn mit lautem Posaunenschall ausgerufen wurde, denn ab sofort war jeder Besitz, der verpfändet oder verkauft worden war, wieder Eigentum dessen, dem er zuvor gehört hatte.

Auch jeder Israelit, der sich verschuldet hatte und seinem Dienstherrn wie ein Sklave dienen musste, war wieder frei und konnte zu seiner Familie zurückkehren.

Doch beachte: Als Jesus in Nazareth das Gnadenjahr ausrief, tat ER es nicht, weil es im Kalender stand!

Nein! Das Gnadenjahr, das Erlassjahr, war gekommen, weil ER gekommen war!

Das Jubeljahr, das Halljahr, war gekommen, weil der Heilige Geist auf Jesus ruhte, IHN gesalbt und gesandt hatte!

„Der Geist des Herrn ist auf mir, weil ER mich gesalbt hat, zu verkündigen den Armen … ER hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, den Blinden, den Zerschlagenen!“

Was sollte jetzt gepredigt werden? Die Befreiung von jeder Fremdherrschaft und die Rückkehr zu dem Besitz, den Gott uns Menschen zugedacht hat!

Was sollte jetzt verkündigt werden? Das Evangelium, das unsere geistliche Armut beendet!

Wo diese Botschaft verkündigt wird, dort ist das Gnadenjahr des Herrn hingekommen!

Gottes Gnade wird sichtbar, wenn Gebundene befreit, blinde Augen geöffnet, zerschlagene und verletzte Seelen geheilt werden.

Gottes Gnade wird sichtbar, wenn Arme den Reichtum Christi genießen!

Gottes Gnade wird sichtbar, wenn Menschen Jesus Christus zujubeln, IHM danken, IHN erheben und als ihren Befreier feiern!

Wann ist der Tag des Heils? Wann ist der Tag der Gnade?

Gottes Wort sagt: „Und als ER das Buch zutat, gab er’s dem Diener und setzte sich. Und aller Augen in der Synagoge sahen auf IHN. Und ER fing an, zu ihnen zu reden: Heute, ist dieses Wort der Schrift erfüllt vor euren Ohren!“

Wann will Christus, der Gesalbte Gottes, blinde Augen öffnen, Aussätzige reinigen, Lahme gehend machen, Armen das Evangelium und Gefangenen die Befreiung verkündigen?

ER will es heute tun – ER will es jetzt tun!

Wann darf ich in die Arme meines himmlischen Vaters eilen?

Wann will ER mich in SEINE Arme schließen, mich küssen, mir alle meine Verfehlungen vergeben und mit mir ein Fest feiern? (Lk.15,20-24).

Wann will Jesus mir „Leben und volles Genüge“ schenken? (Jh.10,10b)

Heute!

Deshalb wurde ER gesandt! Deshalb wurde ER gesalbt!

Was aber geschieht, wenn ich Gottes Gnade heute nicht beanspruche?

Dann wird die Gnade für mich heute nutzlos und fruchtlos sein!

Davon sprach Paulus als er den Gläubigen in Korinth schrieb: „Als Mitarbeiter aber ermahnen wir euch, dass ihr die Gnade nicht vergeblich empfangt. Denn ER spricht (Jes.49,8): ‚Ich habe dich zur Zeit der Gnade erhört und habe dir am Tag des Heils geholfen’. Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils“ (2.Kor.6,1-2).

Wenn ich jetzt nicht glaube, dass Gott mich schon erhört hat, „empfange ich die Gnade vergeblich.“

Wenn ich jetzt nicht glaube, dass Gott mir in Christus schon geholfen hat, „empfange ich die Gnade vergeblich.“

Ich empfange die Gnade vergeblich, wenn ich nicht glaube, dass Jesus mir heute die Größe und Umfassendheit SEINES Heils zeigen will!

Es ist für mich von größter Wichtigkeit, dass ich weiß, was Gnade ist und was Gott durch sie in meinem Leben bewirken will!

Wie wichtig und kostbar die Gnade für Paulus war, erkennen wir, wenn wir seine Briefe lesen, denn schon in der Begrüßung schrieb er: „Gnade sei mit euch …“

Und wenn er einen Briefe beendete, schrieb er: „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch.“

2. Die Gnade ist geworden!

Bist du dir der Tatsache bewusst, dass es die Gnade, die du heute erfahren und genießen darfst, zur Zeit des Alten Testaments nicht gab?

Johannes, der Jünger Jesu, schrieb: „Und das Wort ward Fleisch und wohnt unter uns, und wir sahen SEINE Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit … Und von SEINER Fülle haben wir alle genommen Gnade um Gnade. Denn das Gesetz ist durch Mose gegeben; die Gnade und Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden“ (Jh.1,14-17).

Wir erfahren, dass Jesus Christus, der Sohn des Vaters und einzig in SEINER Art, „voller Gnade und Wahrheit“ war, als ER unter uns wohnte (zeltete).

Die Gnade Gottes war in IHM, dem Menschensohn, Fleisch geworden.

Doch beachte: Das Gesetz war durch Mose gegeben worden!

Die Gnade aber war nicht gegeben worden – sie ist geworden!

Was bedeutet das?

Wenn wir von Gnade reden, dann denken wir daran, dass Gott uns „ein unverdientes Geschenk“ gemacht hat!

Das ist nicht falsch! Doch „unverdiente Geschenke Gottes“ gab es auch zur Zeit des alten Testaments!

Kein Mensch, der Gottes Hilfe und Beistand in jener Zeit empfing, war ihrer würdig gewesen!

Alles, was Gott zum Heil der Menschen tat, war unverdient gewesen!

Die Gnade aber, die wir heute genießen und in der wir stehen, gab es zu jener Zeit nicht!

Keiner der Gläubigen im Alten Bund konnte sich der völligen Vergebung seiner Sündenschuld erfreuen, denn „das Blut von Stieren und Böcken konnte die Sünde nicht wegnehmen“ (Hebr. 10,4).

Keiner von ihnen war „von neuem geboren“ worden! (Jh.3,3-6).

Keiner von ihnen war „ein Kind und Erbe Gottes“ (Röm.8,17).

Keiner von ihnen war „ein Tempel Gottes“ (1.Kor.3,16).

Doch wie ist die Gnade geworden, aus deren Fülle wir heute nehmen können?

Der Tag, an dem Jesus geboren wurde, war der Tag, an dem Gott „Fleisch wurde“!

Gott und Mensch waren in der Person Jesu Christi eins geworden!

Wir können also sagen, dass der Gnade Gottes, wie sie bisher existierte, ein wichtiges Element hinzugefügt wurde, nämlich die reine Menschlichkeit Jesu.

Nicht nur das: Während Jesus aufwuchs und zu einem Mann heranwuchs, wird uns berichtet, dass ER „SEINEN Eltern untertan war und an Weisheit und Gnade bei Gott und den Menschen zunahm“ (Lk.2,12).

Der Gnade wurden also die überragenden Tugenden und Eigenschaften des Menschensohnes hinzugefügt!

Der Gnade wurde der Gehorsam und die völlige Hingabe Jesu an den Willen SEINES Vaters hinzugefügt!

Der Gnade hinzugefügt wurde das herzliche Erbarmen Jesu, SEINE Selbstlosigkeit, SEINE Sanftmut und Demut, SEINE Sündlosigkeit, SEINE Menschenliebe, SEIN Friede und SEINE Gerechtigkeit, die ER in allem, was ER tat, bewies.

Schließlich wurden dieser Gnade die Leiden Jesu hinzugefügt – sein Opfer am Kreuz, das Gericht, das ER auf sich nahm und schließlich SEIN Tod, der Tod eines Gerechten, den ER für die Ungerechten starb!

Damit nicht genug, wurde der Gnade auch die Auferstehung Jesu hinzugefügt und SEIN triumphaler Sieg über alle Gewalt der Finsternis und die Macht des Todes!

Als der Gnade schließlich auch die Erhöhung und Verherrlichung Jesu Christi hinzugefügt worden war, war „die Gnade geworden“, aus der wir – du und ich – allezeit nehmen können – „Gnade um Gnade“!

Weil keiner von uns ermessen kann, was es Jesus Christus gekostet hat, damit ER heute in uns wohnen kann und wir aus SEINER Lebensfülle schöpfen können, deshalb kann auch keiner von uns ermessen, wie kostbar die Gnade ist, die uns frei und umsonst geschenkt worden ist!

3. Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin!

Wie kostbar die Gnade Christi für Paulus war, wird deutlich, wenn wir lesen, was der Apostel den Gläubigen in Korinth schrieb, denn er sagte: „Ich bin der geringste unter den Aposteln, der ich nicht wert bin, dass ich ein Apostel heiße, weil ich die Gemeinde Gottes verfolgt habe. Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin. Und SEINE Gnade an mir ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle; nicht aber ich, sondern Gottes Gnade, die mit mir ist“ (1.Kor.15,9-10).

Wir erinnern uns, dass Paulus zuvor Saulus von Tarsus war, also jener Mann war, der, als Stephanus gesteinigt wurde, dabeistand und „Wohlgefallen hatte an seinem Tod“ (Apg.8,1).

Er war es, der in seinem religiösen Eifer, „die Gemeinde zu zerstören suchte und die gottesfürchtigen Männer und Frauen aus ihren Häusern zerrte, sie fortschleppte und ins Gefängnis warf“ (Apg.8,3).

Er war es, der in seiner Verblendung, „maßlos wütete und die Gläubigen durch Strafen zur Lästerung zwang“ (Apg.26,10-11).

Wie konnte Paulus später mit dieser schrecklichen Vergangenheit leben?

Wie konnte er vor Menschen treten, die er zuvor verfolgt, gefangen genommen und gezwungen hatte, den Namen Jesu zu lästern? (Apg.26,11)

SEINE Antwort lautete: „Mir ist Barmherzigkeit widerfahren“ (1.Tim.1,13).

Und: „Durch die Gnade bin ich, was ich bin.“

Barmherzigkeit wird uns zuteil wenn Gott uns nicht zurechnet, was wir verdient haben – weil ER es einem anderen – SEINEM eigenen Sohn – zugerechnet hat (Röm.4,8; 2.Kor.5,21).

Gnade wird uns zuteil, wenn Gott uns „Gottlose gerecht spricht“ und uns schenkt, was wir nicht verdient habe (Röm.4,5; 3,24).

„Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“

Paulus sagte nicht: Durch Gottes Gnade habe ich, was ich habe!

Nein! ER sagte: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“

Daran lässt sich erkennen, dass die Gnade, die uns zuteil wurde, neue Menschen hervorbringt, eine neue Wesensart gebiert, denn alle, „die in Christus Jesus sind“, sind „eine neue Schöpfung“ geworden – „das Alte ist vergangen – alles ist neu geworden“ (2.Kor.5,17).

Wir staunen, wenn wir lesen, was Christus durch Paulus vollbringen konnte!

Doch ebenso staunenswert ist das, was Christus in ihm bewirken konnte!

Der Mann, der zuvor Menschen gehasst und brutal verfolgt hatte, predigte jetzt die Liebe Christi und rief zum Frieden und zur Versöhnung mit Gott auf (Röm.5,1-8; 2.Kor.5,20).

Der Mann, der zuvor stolz war auf seine Abstammung und seinen untadeligen Wandel im Judentum, dieser Mann bezeugte nun: „Was mir Gewinn war, das habe ich um Christi Willen für Schaden erachtet. Ja, ich achte es noch alles für Schaden, gegenüber der überschwänglichen Herrlichkeit Christi Jesu, meines Herrn. Um seinetwillen ist mir das alles ein Schaden geworden, und ich achte es für Dreck, damit ich Christus gewinne und in IHM erfunden werde“ (Phil.3,4-9).

4. Lass dir an meiner Gnade genügen!

In einem Brief an die Gläubigen in Korinther sprach Paulus von einem persönlichen Leiden, das ihn quälte, denn er schrieb: „Damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche. Und ER hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich guten Mutes in Schwachheit, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen und Ängsten, um Christi Willen, denn wenn ich schwach bin, so bin ich stark“ (2.Kor.12,7-10).

Gnade bewirkt nicht, dass ich aufgrund der Offenbarungen, die Gott mir geschenkt hat, stolz werde.

Gnade bewirkt auch nicht, dass ich leide und von einem Engel Satans mit Fäusten geschlagen werde!

Gnade wird für mich nicht erkennbar, wenn ich dreimal bete und sich danach nichts verändert!

Gnade wird für mich aber erkennbar, wenn mir der Herr antwortet und ich bezeugen kann: „ER hat zu mir gesagt!“

Gnade ist, wenn ich erkenne, dass „die Kraft Christi bei mir wohnt“!

Gnade ist, wenn ich in meiner Schwachheit „guten Mutes“ bin und mich „meiner Schwachheit rühme“, weil ich mich deshalb noch inniger Christus zuwende und an IHM Anteil habe!

Wir können also erkennen, dass die Gnade Jesu Christi eine heilsame Kraft ist, die in uns wirkt, wenn wir Christus in uns erkennen und in IHM ruhen!

„ER hat zu mir gesagt: Meine Gnade genügt dir!“ (Elberfeld)

Meine Gnade reicht aus, damit du alles bewältigen, alles erdulden, alles überwinden und alles in einen Sieg verwandeln kannst.

Es gibt Dinge in unserem Leben, die sich nicht ändern werden, bevor unser Herr zurückkommt. Doch was immer geschieht, SEINE Gnade wird nie von uns weichen!

Sie ist die überströmende Kraft Christi, die erst in der Schwachheit ihre Schönheit offenbart!

Deshalb wird unser himmlischer Vater, wenn wir IHM unser Leid klagen, immer antworten: Ich habe dir mit meinem Sohn „alles geschenkt, was zum Leben und zur Gottseligkeit dient“ (2.Petr.1,3).

5. Die Gnade erzieht uns!

„Die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf“ (Tit.2,11-12 Elberfeld).

Luther hatte übersetzt: „Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und züchtigt uns, dass wir sollen verleugnen das ungöttliche Wesen und die weltlichen Lüste und züchtig, gerecht und gottselig leben in dieser Welt.“

In meiner Jugendzeit hatte ich reichlich Erfahrung mit Züchtigung: Meine Eltern züchtigten mich mit einer Peitsche, die neun Lederriemen besaß und mich, wenn sie in meine Beine fuhren, alles versprechen ließ, was meine Eltern an mir zu sehen wünschten.

Auch die Züchtigungen, die ich in der Schule von meinen Lehrern erhielt, waren hart und schmerzlich, sodass mein Hals von den Schlägen blutunterlaufenen war.

Auch das Gesetz, das Gott den Kindern Israel durch Mose gegeben hatte, war ein harter Zuchtmeister, denn wenn man nicht tat, was gefordert war, war man schuldig und unter einem Fluch (Gal.3,10).

Das Gesetz war „der harte Mann“, der forderte, „was er nicht gegeben hatte“ (Mt.25,24).

Das Gesetz konnte nur fordern – aber es konnte „kein Leben geben“ (Gal.3,21).

Deshalb konnte es die sündige Natur und Wesensart des Menschen auch nicht verändern!

Das kann nur die Gnade!

Das Gesetz fordert Gerechtigkeit! Die Gnade bewirkt und schafft in uns Gerechtigkeit (Röm.8,4).

Davon sprach unser Gott, als ER durch Jesaja weissagen ließ: „Mein Knecht, der Gerechte, wird den Vielen Gerechtigkeit schaffen; denn ER trägt ihre Sünden“ (Jes.53,11).

„Die Gnade Gottes ist erschienen, heilbringend allen Menschen und unterweist uns, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gottesfürchtig leben in dem jetzigen Zeitlauf“

Die Gnade Jesu Christi ist heilbringend! Sie stärkt und fördert unsere geistliche Gesundheit! Sie unterweist uns! Sie erzieht uns! Sie hilft unserer Schwachheit auf!

Sie ist unser heilsamer Ratgeber! Sie hilft uns, allem abzusagen, was unsere Gemeinschaft mit Christus schadet und unsere Freude an IHM schmälert!

Sie ruft uns zu: Lege alle ungöttliche Gedanken ab! Sinne nicht über deine Fehler nach, und betrachte nicht dein Unvermögen!

Lege ab, was unrein ist, so wie du eine unreines Hemd ablegst! Ziehe Christus an! Betrachte SEINE Lieblichkeit und Schönheit! Erfreue ich an IHM! Jubele und jauchze, dass ER in dir wohnt und lebt!

Betrachte die Herrlichkeit Jesu in deinem wiedergeborenen Geist! Betrachte den, der dein Versagen, deine Schwachheit und deine Unzulänglichkeit getragen hat!

ER ist zu dem geworden, was du warst, damit du zu dem werden konntest, was ER ist – ein Sohn Gottes, des Vater! Ein Heiliger und Gerechter! Ein Miterbe Gottes und Christi!

Als Gott uns SEINEN Sohn gab, hat ER „den Stecken des Treibers zerbrochen“ (Jes.9,2-5).

Die Gnade droht und verurteilt uns nicht! Sie tadelt und kritisiert uns nicht! Sie zeigt uns nicht unsere Fehler! Sie erinnert uns nicht an unsere Untreue!

Die Gnade fordert nicht von uns, was wir nicht haben! Sie gibt uns, was wir nicht haben!

Die Gnade ruft uns zu: „Die Zeit der Erquickung ist gekommen, die vom Angesicht des Herrn kommt“ (Apg.3,20).

Die Gnade zeigt uns Christus und erinnert uns an all das Gute, das wir mit IHM empfangen haben (Philemon 6).

Die Gnade ruft uns zu: Betrachte den Reinen und Vollkommenen in dir! ER ist dein Ruhm! ER ist dein Glanz und deine Schönheit!

Wer getrennt von Christus zu einem besseren Mensch werden will, der ist, wie Paulus schrieb: „aus der Gnade gefallen, dem wird Christus nichts nützen, der hat Christus verloren“ (Gal.5,2-4).

6. Aus SEINER Fülle haben wir alle genommen!

„Wir sahen SEINE Herrlichkeit … Und aus SEINER Fülle haben wir alle genommen – Gnade um Gnade!“

Gnade ist kein Selbstläufer – sie wird nur dem zuteil, der glaubt, kommt und nimmt!

Gottes Wort sagt: „Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben“ (Hebr.4,16).

Brauchst du Barmherzigkeit und Gnade?

Dann darfst du heute mit Freimut zum Thron der Gnade kommen und Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden!

Heute ist der Tag der Gnade! Heute ist der Tag des Heils!

Du darfst aus der Fülle Jesu Christi nehmen, „damit du in allen Dingen volles Genüge hast und noch reich bist zu jedem guten Werk“ (2.Kor.9,8).

Und wenn du zu deinem himmlischen Vater sagen wirst: „Ich fühle mich hart bedrängt und arm“, dann wird ER dir antworten: „Ich kenne deine Bedrängnis und deine Armut – du bist aber reich“ (Offb.2,9).

Zuletzt!

Nachdem Jesus in der Synagoge SEINER Heimatstadt die Worte des Propheten Jesaja gelesen hatte, wird uns berichtet: „Und als ER das Buch zutat, gab er’s dem Diener und setzte sich.“

Jesus wusste genau, was in Kürze geschehen wird, wenn ER den hier Versammelten sagt, dass sie das Gnadenjahr nur erleben werden, wenn sie glauben, dass ER der Heiland der Welt, der Gesalbten Gottes, ist!

Ohne diesen Glauben würde ihre geistliche Armut und ihr geistlicher Aussatz bleiben!

Jesus wusste, dass ihn die Menge daraufhin zornerfüllt aus der Stadt führen wird, um ihn den Berg hinabzustoßen, auf dem ihre Stadt gebaut war.

Doch Jesu „setzte sich“! ER war nicht besorgt!

ER ruhte im Frieden dessen, der IHN gesandt hatte! Niemand konnte IHM das Leben nehmen – ER würde es freiwillig geben (Jh.10,18).

Wenn sich dir heute eine Gelegenheit bietet, dann bezeuge die Gnade, in der du ruhst!

Wäre es nicht wunderbar, wenn du heute denen, die dich hören, Gnade bringen könntest?

Gottes Wort sagt: „Kein schlechtes Wort soll aus eurem Mund kommen, sondern was gut ist zur Erbauung, wo es nötig ist, damit es den Hörern Gnade bringe“ (Eph.4,29 Schlachter).

„Gott gebe euch viel Gnade und Frieden durch die Erkenntnis Gottes und Jesus, unseres Herrn“ (2.Petr.1,2), damit ihr in IHM ruhen könnt – allezeit und bei allem, was ihr tut!

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