Josua – der Kundschafter
„Und der HERR redete mit Mose und sprach: Sende Männer aus, die das Land Kanaan erkunden, das ich den Israeliten geben will, aus jedem Stamm ihrer Väter je einen Mann, lauter Älteste (Fürsten). Da sandte sie Mose aus der Wüste Paran lauter Männer, die Häupter waren unter den Israeliten. Und sie hießen: … Kaleb, der Sohn Jefunnes, vom Stamme Juda … Hoschea, der Sohn Nuns, vom Stamme Ephraim … Aber Hoschea, den Sohn Nuns, nannte Mose Josua“
4.Mose 13,1-8
Die Anweisungen, die Mose den Kundschaftern mitgegeben hatte, waren klar definiert: Sie sollten erkunden, ob das Land gut oder schlecht war, der Boden fett oder mager, und ob es Bäume darin gab oder nicht. Sollten sie Früchte darin finden, so sollten sie davon mitbringen. Sie sollten aber auch erforschen, ob das Volk, das darin lebte, stark oder schwach war, wenig oder viel, und ob die Menschen in Zeltdörfern oder in festen Städten wohnten
4.Mose 13,17-20
Wir lesen weiter: „Und nach vierzig Tagen, als sie das Land erkundet hatten, kehrten sie um, gingen hin und kamen zu Mose und Aaron und zu der Gemeinde der Israeliten … und brachten ihnen und der ganzen Gemeinde Kunde, wie es stand, und ließen sie die Früchte des Landes sehen. Und sie erzählten ihnen und sprachen: Wir sind in das Land gekommen, in das ihr uns sandtet; es fließt wirklich Milch und Honig darin, und dies sind seine Früchte. ABER stark ist das Volk, das darin wohnt, und die Städte sind befestigt und sehr groß; und wir sahen auch Anaks Söhne. Es wohnen die Amalekiter im Südland, die Hetiter und Jebusiter und Amoriter wohnen auf dem Gebirge, die Kanaaniter aber wohnen am Meer und am Jordan. Kaleb aber beschwichtigte das Volk, das gegen Mose murrte, und sprach. Lasst uns hinaufziehen und das Land einnehmen, denn wir können es überwältigen. ABER die Männer, die mit ihm hinaufgezogen waren, sprachen: Wir vermögen nicht hinaufzuziehen gegen dies Volk, denn sie sind uns zu stark. Und sie brachten über das Land, das sie erkundet hatten, ein böses Gerücht auf unter den Israeliten und sprachen: Das Land, durch das wir gegangen sind, um es zu erkunden, frisst seine Bewohner, und alles Volk, das wir darin sahen, sind Leute von großer Länge. Wir sahen dort auch Riesen, Anaks Söhne aus dem Geschlecht der Riesen und wir waren in unsern Augen wie Heuschrecken und waren es auch in ihren Augen. Da fuhr die ganze Gemeinde auf und schrie, und das Volk weinte die ganze Nacht. Und alle Israeliten murrten gegen Mose und Aaron, und die ganze Gemeinde sprach zu ihnen: Ach dass wir in Ägyptenland gestorben wären oder noch in der Wüste stürben … Und Josua, der Sohn Nuns, und Kaleb, der Sohn Jefunnes, die auch das Land erkundet hatten, zerrissen ihre Kleider und sprachen zu der ganzen Gemeinde der Israeliten: Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist sehr gut. Wenn der Herr uns gnädig ist, so wird ER uns in dies Land bringen und es uns geben, ein Land, darin Milch und Honig fließt. Fallt nur nicht ab vom Herrn und fürchtet euch vor dem Volk dieses Landes nicht, denn wir wollen sie wie Brot auffressen. Es ist ihr Schutz von ihnen gewichen, der Herr aber ist mit uns. Fürchtet euch nicht vor ihnen. ABER das ganze Volk sprach, man sollte sie steinigen“
4.Mose 13,25-14,10
Zwölf Männer hatten dasselbe gesehen, doch zehn von ihnen sahen nur das, was vor Augen war: Sie sahen hohe Mauern, großgewachsene Menschen und Riesen, in deren Augen sie wie Heuschrecken waren.
Nur zwei Männer hatten über alldem den Herrn der Heerscharen gesehen und erinnerten sich an SEIN Versprechen, das ER Mose gegeben hatte: „Ich habe das Elend meines Volks in Ägyptenland gesehen … und ich bin herniedergefahren, dass ich sie errette aus der Ägypter Hand und sie herausführe aus diesem Land in ein gutes und weites Land, in ein Land, darin Milch und Honig fließt“
2.Mose 3,7-8
Dass das Land, das sie erkundet hatten, das Land war, von dem Gott gesprochen hatte, bestätigten alle Kundschafter, denn sie alle sagten: „es fließt wirklich Milch und Honig darin, und dies sind seine Früchte.“
Doch für zehn von ihnen schienen die Schwierigkeiten, die der Einnahme des Landes entgegenstanden, weitaus größer zu sein, als Gottes Verheißung!
Kaleb und Josua taten alles, um die von ihren Mitgenossen geschilderten Schwierigkeiten als überwindbar darzustellen!
Sie versucht, die Angst des Volkes zu zerstreuen, indem sie den Herrn in den Mittelpunkt stellten, der mit ihnen war und ihnen verheißen hatte, das Land zu geben!
Hatte der Herr SEIN Volk aus der Hand der Ägypter errettet? Ja, das hatte ER getan – durch machtvolle Taten!
Warum sollte ER dann nicht alle Feinde besiegen können, die sich ihnen jetzt entgegenstellen würden?
Hatte der Herr SEIN Volk aus Ägypten geführt und vor ihnen das Rote Meer geteilt? Ja, das hatte ER!
Warum sollte ER dann SEIN Volk nicht auch in das Land führen können, in dem Milch und Honig floss?
Doch alle Bemühungen Josuas und Kalebs waren vergeblich: Die Wucht negativer Worte hatten das Urteilsvermögen der Israeliten vergiftet und ihren Glauben an Gottes Macht und Stärke zerstört!
Obwohl die Stimmung im Volk immer aggressiver wurde, wollten Josua und Kaleb nicht nachgeben, nicht zurückweichen. Sie zerrissen ihre Kleider und betonten erneut: „Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist sehr gut! Wenn der Herr uns gnädig ist, so wird ER uns in dies Land bringen und es uns geben“.
Aber alle ermutigenden Worte verhallten! Es gelang ihnen nicht, das „böse Gerücht“, das die zehn Kundschafter über das verheißene Land gebracht hatten, aus den Köpfen der Israeliten zu verbannen!
Übrig geblieben waren nur Worte, wie: „Wir sahen befestigte Stätte … wir sahen Riesen und Menschen von großer Länge … wir waren in unsern Augen wie Heuschrecken … das Land frisst seine Bewohner … wir vermögen nicht … wir sind zu schwach.“
Das Volk weinte die ganze Nacht und wollte am Morgen einen Anführer wählen, der es nach Ägypten zurückbringen sollte! Wir lesen sogar: „Aber das ganze Volk sprach, man sollte sie steinigen“
4.Mose 14,6-10
Wie schrecklich muss der Augenblick gewesen sein, in dem Josua und Kaleb erkannten, dass das, was für sie zum Greifen nahe war, in weite Ferne rückte!
Doch wie ermutigend muss es für Josua gewesen sein, dass er bei alldem nicht allein war, denn Gott hatte IHM Kaleb zur Seite gestellt, einen Mann, in dem auch Gottes Geist wirkte!
Was lernen wir daraus?
Jeder Gläubige, der Christus angehört, ist ein geistlicher „Kundschafter“!
Tag für Tag verlassen wir „die Wüste“ unseres Eigenlebens, um anhand des Wort Gottes zu erforschen und zu entdecken, „was uns Gott mit Christus geschenkt hat“
Röm.8,32
Geistliche Kundschafter erforschen die Schrift, um Jesus darin zu entdecken und zu ergreifen, was sie von IHM gesehen und erkannt haben!
Was aber, wenn das, was wir hier lesen, für uns nur ein historisches Ereignis beschreibt, das der Vergangenheit angehört?
Was, wenn wir nur auf uns selbst blicken und das, was uns verheißen wurde, für unerreichbar und uneinnehmbar halten?
Was, wenn wir in dem, was wir lesen, Christus nicht erkennen?
Was, wenn wir das uns Anvertraute nicht im Glauben ergreifen?
Davon sprach Jesus, als ER zu den Juden sagte: „Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt; aber ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben hättet“
Jh.5,39
Wird der, der uns SEIN Wort anvertraut hat, zufrieden sein, wenn wir darin viele wundersame Geschichten bestaunen, die nicht zu unserer eigenen Geschichte geworden sind?
Wird unser himmlischer Vater zufrieden sein, wenn wir die Herrlichkeit Jesu Christi nur bewundern, sie aber nicht widerspiegeln?
2.Kor.3,18
Wird Jesus, unser Herr, zufrieden sein, wenn wir von SEINER Liebe reden, ohne dass sie unser Herz erfüllt?
Eph.3,19
Nein! Wir alle sind dazu berufen, „aus SEINER Fülle zu nehmen – Gnade um Gnade“
Jh.1,14+16
Hat uns unser himmlischer Vater „mit Christus nicht alles geschenkt“, was ER uns zu geben vermochte?
Röm.8,32
Hat ER uns mit IHM nicht „mit jedem geistlichen Segen gesegnet“?
Eph.1,3
Sind wir als Kinder Gottes nicht auch SEINE Erben und Miterben Christi?
Röm.8,17
Was aber, wenn wir uns nicht aufmachen, um zu erforschen und einzunehmen, was uns gegeben wurde?
Dann bleiben wir „arm“, obwohl wir „reich sind“
Offb.2,9
Dann bleiben wir „unmündige Kinder“, obwohl wir „Herren aller Güter sind“
Gal.4,1
Beachten sollten wir auch, dass das, was wir sagen, nicht ohne Wirkung bleibt!
Die Schrift sagt: „Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt“
Spr.18,21
Wir können mit unsren Worten Menschen Gnade darreichen (Eph.4,29 Elberf.), sie segnen (Eph.4,29; 1.Petr.3,9), ermutigen (Eph.5,19), trösten (1.Thess.4,18) und im Glauben stärken
Röm.1,11; 1.Thess.3,2
Wir können aber auch mit unsren Worten die Herrlichkeit Jesu Christi verhüllen, „ein böses Gerücht verbreiten“ und Herzen beschweren
Mt.23,4
Zu beachten ist auch, dass die zwölf Kundschafter nicht die Ersten waren, die das verheißene Land erkundet hatten!
Schon viele Jahre zuvor hatte der Herr zu Abraham gesagt: „Hebe deine Augen auf und sieh von der Stätte aus, wo du wohnst, nach Norden, nach Süden, nach Osten und nach Westen. Denn all das Land, das du siehst, will ich dir und deinen Nachkommen geben für alle Zeit … Darum mache dich auf und durchzieh das Land in die Länge und Breite, denn dir will ich’s geben“
1.Mose 13,14-17
Wenn der Herr also sagt: „Hebe deine Augen auf … Mache dich auf und durchzieh das Land in die Länge und Breite, denn dir will ich’s geben,“ dann mach dich täglich auf und lerne kennen, was dir dein himmlischer Vater in und mit SEINEM Sohn gegeben hat!
Wir dürfen nicht sagen: Ja, wenn ich Gottes Wort lese oder eine Predigt höre, dann klingt alles wunderbar! Dann scheint alles so einfach zu sein! Doch wenn ich mich selbst und meinen Alltag betrachte, dann kann ich nur meine eigene Schwachheit, meinen Mangel und mein Unvermögen erkennen!
Wie soll ich, ein sündiger Mensch, vor Gott heilig und gerecht wandeln können?
Wie soll ich, ein schwacher Mensch, „Riesen“ überwinden?
Wie soll ich „über Mauern springen“ können?
Wenn wir so denken, dann sehen wir nicht auf das, was Wirklichkeit ist!
Wenn wir so denken, dann haben wir Christus, den starken, siegreichen Held an unserer Seite, aus den Augen verloren! Dann glauben wir nicht an IHN, sondern nur an uns selbst!
Die Frage lautet also: Wie kommt Herrlichkeit in unser Leben? Wie werden wir zu Überwindern? Wie können Riesen für uns zu „stärkendem Brot“ werden?
Indem wir Gottes Wort mehr glauben als unseren eigenen Ansichten!
Indem wir „nicht auf das Sichtbare schauen, sondern auf das Unsichtbare“.
Indem wir nicht auf das „Zeitliche blicken, sondern auf das Ewige“
2.Kor.4,18
Indem wir Christus glauben, auf IHN schauen und „alles ablegen, was uns beschwert“
Hebr.12,2
Ja, wir leben in einer Welt, die von „Riesen“ bewohnt wird und in der Hand des Bösen ist
1.Jh.5,19
ABER, Christus, „der in uns ist“, hat diese Welt überwunden und den Fürst dieser Welt besiegt
Jh.16,33+11; 1.Jh.4,4
Ja, wir waren tot in unseren Sünden und Übertretungen!
„ABER Gott“ hat uns geliebt und mit Christus lebendig gemacht, zu neuem Leben erweckt und uns mit IHM in den Himmeln niedergesetzt
Eph.2,1+4-5
Ja, wir selbst sind schwach und zerbrechlich!
ABER Christus lebt in uns (Gal.2,20), und ER ist unsere Kraft und Stärke
2.Kor.4,7-11; 12,9; Phil.4,13
Ja, wenn wir auf „die Wellen“ blicken, dann „versinken wir im Meer“ der Angst!
ABER Jesus, unser Herr, „wandelt auf dem Meer“ und zieht uns aus den Fluten heraus
Mt.14,24-31; Jes.43,2
Sei ein „Kundschafter“, der mit Unterstützung des Heiligen Geistes täglich „erforscht, was uns von Gott geschenkt ist“
1.Kor.2,9-12
Sei ein „Kundschafter“, der mit Unterstützung des Heiligen Geistes Christus bezeugt (Jh.15,26) und vor den Augen anderen Menschen erhöht (Jh.3,15)!
Sei ein Kundschafter, der verzagten Herzen „gute Botschaft“ verkündet
Jes.35,1-6; 52,7
Sei ein Kundschafter, der anderen bezeugt, dass ein siegreiches Christenleben, ein Leben in der Fülle Jesu Christi, möglich ist und dass die „Riesen“, die uns unser geistliches Erbe streitig machen wollen, „Brot sind für unseren (geistlichen) Magen“!
Sei ein Kundschafter, der, wie Abraham, täglich seine Augen aufhebt und auszieht, um zu erkunden, was ihm von Gott geschenkt wurde!
Begnüge dich nicht nur mit dem, was du für den heutigen Tag benötigst! Betrachte auch das und erfreue dich an dem, was heute noch in der Zukunft liegt!
Gott hatte Abraham und SEINEN Nachkommen verheißen, dass sie „ein Segen sein sollen für alle Völker und Geschlechter der Erde“ (1.Mose 22,17-18). Das aber bedeutet, dass wir, wenn unser Herr und König erscheinen wird, um SEIN Friedensreich aufzurichten, „Erben der Welt“ sein werden
Röm.4,13
Wenn du also heute deine Augen aufhebst, dann denke daran, dass alles, was deine Augen sehen, eines Tages dein Erbteil sein wird. Du bist nicht nur mit dem kostbaren Blut Christi für Gott erkauft worden! Du wurdest auch dazu berufen, „König und Priester Gottes“ zu sein und mit Christus „zu herrschen auf Erden“
Offb.5,9-10
Doch bedenke auch dies: Während die zwölf Kundschafter vierzig Tage lang unterwegs waren, sprachen sie miteinander, teilten sie einander ihre Eindrücke und Gedanken mit, sodass Josua und Kaleb wussten, dass zehn ihrer Mitgenossen anderer Meinung waren und das verheißenen Landes anders beurteilten.
Das aber führte zweifellos dazu, dass Josua und Kaleb oft Gemeinschaft miteinander hatten und sich gegenseitig stärkten!
Uns wird berichtet, dass Jesus SEINE Jünger „je zwei und zwei aussandte“ (Mk.6,7; Lk.10,1). Warum tat ER das? Sie sollten einander ermutigen, einander stärken, einander ergänzen!
Und gleiches sollen auch wir tun! Wer täglich im Sieg Jesu Christi leben will; wer „mit SEINEM Gott (himmlisches) Kriegsvolk zerschlagen und über Mauern springen will“ (2.Sam.22,30), der braucht die ermutigende Gemeinschaft derer, die Jesus kennen und lieben, IHM nachfolgen, SEINEN Worten glauben und das verheißene Erbteil einnehmen wollen!
Nur gemeinsam werden wir Unglauben, Pessimismus, Verzagtheit und Menschenfurcht überwinden können!