Josua – der Geduldige
Josua und Kaleb waren bereit, das verheißene Land einzunehmen! Sie zweifelte keinen Augenblick daran, dass der Gott, der SEIN Volk aus Ägypten geführt hatte, ihnen geben würde, was ER durch Mose verheißen hatte!
Josua und Kaleb glaubten, dass die Riesen des Landes in ihrem Magen zu Brot werden würden!
Sie glaubten, dass alle Kanaaniter schutzlos geworden waren, weil der Herr „ihren Schutz von ihnen genommen hatte“
4.Mose 14,7-9
Doch das Volk weigerte sich, ihnen zu glauben! Der Unglaube der Israeliten war übermächtig, ihre Angst grenzenlos!
Damit aber war für Gott, den Herrn, eine Grenze überschritten, denn uns wird berichtet: „Da erschien die Herrlichkeit über der Stiftshütte allen Israeliten. Und der Herr sprach zu Mose: Wie lange lästert mich dies Volk? Und wie lange wollen sie nicht an mich glauben trotz der Zeichen, die ich unter ihnen getan habe? … Aber so wahr ich lebe und alle Welt der Herrlichkeit des Herrn voll werden soll: alle die Männer, die meine Herrlichkeit und meine Zeichen gesehen haben, die ich getan habe in Ägypten und in der Wüste, und mich nun zehnmal versucht und meiner Stimme nicht gehorcht haben, von denen soll keiner das Land sehen, das ich ihren Vätern zu geben geschworen habe, auch keiner soll es sehen, der mich gelästert hat … Eure Leiber sollen in dieser Wüste verfallen. Alle, die ihr gezählt seid von zwanzig Jahren an und darüber, die ihr gegen mich gemurrt habt, wahrlich, ihr sollt nicht in das Land kommen, über das ich meine Hand zum Schwur erhoben habe, euch darin wohnen zu lassen, außer Kaleb, dem Sohn Jefunnes und Josua, dem Sohn Nuns. Eure Kinder aber, von denen ihr sagtet: Sie werden ein Raub sein, die will ich hineinbringen, dass sie das Land kennenlernen, das ihr verwerft. Aber eure Leiber sollen in der Wüste verfallen. Und eure Kinder sollen in der Wüste Hirten sein und eure Untreue tragen, bis eure Leiber aufgerieben sind in der Wüste. Nach der Zahl der vierzig Tage, in denen ihr das Land erkundet habt – je ein Tag soll ein Jahr gelten –, sollt ihr vierzig Jahre eure Schuld tragen, auf dass ihr innewerdet, was es sei, wenn ich die Hand abziehe“
4.Mose 14,10-11.21-23.29-34
Gottes Urteil lautete: Alle Männer, die über zwanzig Jahre alt waren und „gegen IHN gemurrt hatten“, sollten „in der Wüste sterben“. Ihre Leiber würden in der Wüste „aufgerieben werden“ und „verfallen“.
Nur Josua und Kaleb würden das verheißene Land sehen, es einnehmen und darin wohnen
4.Mose 14,28-38
Wenn man bedenkt, dass in den folgenden Jahren alle Männer, die an jenem Tag älter als zwanzig Jahre waren, nach und nach in der Wüste starben, dann wird man von einer großen Traurigkeit erfasst, denn sie alle hatten eine herrliche Zukunft vor Augen, die sich nicht erfüllte!
Ihnen allen war ein Erbe verheißen worden, das sie durch ihren Unglauben zu Nichts machten! Sie selbst hatten ihr eigenes Urteil ausgesprochen, als sie sagten: „Ach, dass wir in Ägyptenland gestorben wären oder noch in dieser Wüste stürben“
4.Mose 14,2
Die Frage aber, die uns bewegt, lautet: Was hat Josua vierzig Jahre lang getan, bis der Tag gekommen war, an dem er endlich den Jordan überschreiten und das Gute Land einnehmen durfte?
War er all die Jahre ein Mahner, eine warnende Stimme, die jedes Mal, wenn einer der Väter begraben wurde, alle Anwesenden daran erinnerte, weshalb er gestorben war und dass ihm noch viele weitere folgen würden?
Nein! Gewiss nicht! In Josua war „ein anderer Geist“
4.Mose 27,18
Er war kein Bote des Todes! Er war ein Zeuge des Lebens! Jeder, der ihn sah, konnte sehen, dass Gott jeden belohnt, der SEINEN Worten glaubt und IHM vertraut!
Die Anwesenheit Josuas und Kalebs stellte für alle Israeliten eine große Ermutigung dar! Sie zu sehen und daran zu denken, was Gott ihnen zugesagt und versprochen hatte, war für alle ein Glaubensstärkung!
Daher dürfen wir davon ausgehen, dass Josua unter den Israeliten hohes Ansehen genoss!
Er war er, der, neben Mose und Kaleb, alle anderen Israeliten an Lebenserfahrung und Glaubensmut weit überragte. Er hatte das verheißene Land gesehen! Er hatte es vierzig Tage lang erkundet! Er hatte geglaubt, dass alle Feinde zu überwinden waren! Er war Gott treu ergeben und hatte SEINEN Worten geglaubt! Und er war von IHM dazu berufen worden, das Land einzunehmen, das sogar Mose nicht betreten durfte!
Erneut lernte Josua Geduld! Doch diesmal musste er nicht, wie einst auf dem Berg Sinai, vierzig Tage warten, jetzt musste er vierzig Jahre warten!
Jetzt wartete er nicht auf Mose, sondern auf Gott und auf den Tag, an dem der Ewige SEINEM Volk den Befehl geben würde, das verheißene Land einzunehmen!
Auch unser Herr Jesus wurde vierzig Tage in der Wüste geprüft. Doch wer denkt daran, dass ER dreißig Jahre warten musste, bis ER SEINEN Dienst, zu dem ER gesandt worden war, beginnen durfte? Die Schrift sagt: „Und Jesus war, als ER auftrat, etwa dreißig Jahre alt“
Lk.3,23
Keiner von uns kann erahnen, was es für Jesus bedeutete, dass ER 30 Jahre lang in einer kleinen Stadt Galiläas warten musste, bis SEIN Dienst begann (Lk.3,23), zu dem ER gesandt worden war.
Daran erkennen wir, was unser Herr gelernt hatte: Geduldiges Ausharren und Warten auf Gottes Zeitpunkt! „Als aber die Zeit erfüllt war …“
Gal.4,4
Doch auch während Jesus SEINEN Dienst tat und umherging und Gutes tat, musste ER Geduld zeigen – denn sehr oft verstanden SEINE Zuhörer nicht, wovon ER sprach – auch SEINE Jünger nicht
Lk.18,34
Mit Geduld begegnen musste Jesus auch denen, die nicht an IHN glaubten und IHM widerstanden! Davon redet die Schrift, wenn sie sagt: „Gedenkt an den, der so viel Widerspruch von den Sündern erduldet hat, damit ihr nicht matt werdet und den Mut sinken lasst“
Hebr.12,3
Was brauchen wir, wenn der kostbare Same des Wortes Christi in unser Herz ausgesät wurde? Wir brauchen Geduld, bis sich „die kostbare Frucht“ zeigt
Jak.5,7
Diese Tatsache bezeugte auch Paulus, denn er schrieb: „Was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben“
Röm.15,4
Davon sprach auch unser Herr, denn ER sagte: „Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten in einem feinen guten Herzen und bringen Frucht in Geduld“
Lk.8,15
Abraham und Sara hatten von Gott eine Verheißung empfangen, doch sie konnten nicht auf deren Erfüllung warten. Die Folgen ihres eigenmächtigen Handelns aber waren schwerwiegend und verursachten großes Herzeleid.
Auch Saul konnte nicht warten und verlor so sein Königtum
1.Sam.13,5-14
Wir alle müssen lernen, geduldig zu sein – mit uns selbst und unseren Mitmenschen!
Als Petrus den Herrn fragte: „Wie oft muss ich denn meinem Bruder vergeben, der an mir sündigt? Genügt es siebenmal?“ Antwortete Jesus: „Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal. Darum gleicht das Himmelreich einem König, der mit seinen Knechten abrechnen wollte. Als einer vor ihn gebracht wurde, der ihm zehntausend Zentner Silber schuldig war und nicht bezahlten konnte, was er seinem Herrn schuldete, wird uns berichtet: Da fiel ihm der Knecht zu Füßen und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s alles bezahlen. Da hatte der Herr Erbarmen mit diesem Knecht und ließ ihn frei, und die Schuld erließ er ihm auch. Da ging dieser Knecht hinaus und traf einen seiner Mitknechte, der war ihm hundert Silbergroschen schuldig; und er packte und würgte ihn und sprach. Bezahle mir, was du mir schuldig bist. Da fiel sein Mitknecht nieder und bat ihn und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s bezahlen. Er aber wollte nicht, sondern ging hin und warf ihn ins Gefängnis, bis er bezahlt hätte, was er schuldig war“
Mt.18,21-30
Wir ahnen nicht, mit wie viel Geduld und Langmut Christus nach uns gesucht hat
Lk.15,4
Wir können auch nicht ermessen, mit wie viel Geduld ER uns Tag für Tag trägt. Das alles kann ER, weil ER „der Gott der Geduld und des Trostes“ ist
Röm.15,5
Diese Geduld aber, die Christus uns Tag für Tag erweist, dürfen wir unserem Nächsten nicht verweigern!
Doch Achtung! Geduld ist nicht etwas, das Gott portionsweise verteilt! Geduld ist „die Frucht des Geistes“ und damit das, was Christus in uns wirkt, wenn wir in IHM bleiben und IHM zugewandt leben
Gal.5,22; Jh.15,5
Wie sehr brauchen wir einander! Keiner von uns kann das Ziel des Glaubens allein erreichen!
Doch während wir miteinander „den guten Kampf des Glaubens kämpfen“ (1.Tim.6,12) und „auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus warten“ (Tit.2,13), müssen wir uns in Geduld üben, denn es steht geschrieben: „Wir wünschen aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende, damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch Glauben und Geduld die Verheißung ererben … Geduld aber habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt“
Hebr.6,11-12; 10,36
Josua übte sich nicht nur im Ausharren! Er stärkte den Glauben derer, die der Herr dazu berufen hatte, das verheißene Land einzunehmen! Er ermutigte alle, sich auf den Tag vorzubereiten, der kommen würde! Er bezeugte sein Vertrauen in Gottes Verheißung und machten allen Mut, erwartungsvoll nach vorne zu blicken!
Was er einst bezeugt hatte, nachdem er das Gute Land gesehen und erkundet hatte, das bezeugte er gewiss auch noch Jahre danach: „Das Land, das wir durchzogen haben, um es zu erkunden, ist sehr gut! Der Herr wird uns gnädig sein, uns in dieses Land bringen und es uns geben … Die Völker des Landes und alle Riesen, die heute darin wohnen, werden wie Brot in unsrem Magen sein … Wir können sie überwältigen, denn ihr Schutz ist von ihnen gewichen“
4.Mose 14,7-9
Wir alle sind „Kundschafter“, die gute Botschaft verkünden!
Wir stärken den Glauben derer, die Gott dazu berufen hat, ein Leben in der Fülle Christi zu leben!
Wir bezeugen, dass unser „Gott tun kann, was ER verheißen hat“
Röm.4,20-21
Wir bezeugen, dass Christus „uns Macht gegeben hat, auf Schlangen und Skorpione zu treten und Macht über alle Gewalt des Feindes, und dass uns nichts schaden wird“
Lk.10,19
Wir „trösten die Kleinmütigen! Wir tragen die Schwachen! Wir sind geduldig gegen jedermann“
1.Thess.5,14