Josua – der Berufene

Josua wusste, dass Mose seinen Fuß nicht in das verheißene Land setzen würde, weil er dem Herrn beim „Haderwasser“ nicht geglaubt und IHM nicht die Ehre gegeben hatte. Anstatt zu dem Felsen zu sprechen, wie Gott es ihm befohlen hatte, hatte Mose den Felsen geschlagen, weil er zornig darüber war, dass die Israeliten erneut gemurrt hatten. Danach hatte der Herr zu ihm und Aaron gesagt: „Weil ihr nicht an mich geglaubt habt und mich nicht geheiligt habt vor den Israeliten, darum sollt ihr diese Gemeinde nicht ins Land bringen, das ich ihnen geben werde“
4.Mose 20,2-13

Josua wusste auch, dass der Herr ihn zum Nachfolger Moses und zum neuen „Hirten der Gemeinde des Herrn“ (4.Mose 27,16-18) berufen hatte. Doch als der Tag näher rückte, an dem er die Führung übernehmen sollte, muss Josua immer klarer erkannt haben, dass er vor einer unlösbaren Aufgabe stand!

Wie konnte er erwarten, dass ihm die Israeliten so folgen würden, wie sie Mose vierzig Jahre lang gefolgt waren?

Gott, der Herr, wusste sehr wohl, welche Gefühle Josua bewegten, wenn der daran dachte, dass er in die Fußstapfen eines Mannes treten sollte, „mit dem der Herr, wie mit einem Freund, von Angesicht zu Angesicht geredet hatte“ (2.Mose 33,11) und durch dessen Hand „in Ägypten, im Roten Meer und in der Wüste Wunder und Zeichen“ geschehen waren, von denen die Israeliten noch in ferner Zukunft reden würden
Apg.7,36

Deshalb lesen wir: „Und der HERR sprach zu Mose: Steig auf dies Gebirge Abarim und sieh auf das Land, das ich den Israeliten geben werde. Und wenn du es gesehen hast, sollst du auch zu deinen Vätern versammelt werden, wie dein Bruder Aaron zu ihnen versammelt ist, weil ihr meinem Wort ungehorsam gewesen seid in der Wüste Zin, als die Gemeinde haderte und ihr mich vor ihnen heiligen solltet durch das Wasser. Das ist das Haderwasser zu Kadesch in der Wüste Zin. Und Mose redete mit dem HERRN und sprach: Der HERR, der Gott des Lebensgeistes für alles Fleisch, wolle einen Mann setzen über die Gemeinde, der vor ihnen her aus- und eingeht und sie aus- und einführt, damit die Gemeinde des HERRN nicht sei wie die Schafe ohne Hirten. Und der HERR sprach zu Mose: Nimm Josua zu dir, den Sohn Nuns, einen Mann, in dem der Geist ist, und lege deine Hände auf ihn; und lass ihn treten vor den Priester Eleasar und vor die ganze Gemeinde und bestelle ihn vor ihren Augen und lege von deiner Hoheit (Würde) auf ihn, damit ihm gehorche die ganze Gemeinde der Israeliten ... Mose tat, wie ihm der HERR geboten hatte, und nahm Josua und ließ ihn treten vor den Priester Eleasar und vor die ganze Gemeinde und legte seine Hand auf ihn und bestellte ihn, wie der HERR durch Mose geredet hatte“
4. Mose 27,12-18

Um jedem Zweifel und allem Gerede zuvorzukommen, hatte der Herr Mose befohlen, Josua vor den Augen des ganzen Volks die Hände aufzulegen und ihn zu seinem Nachfolger zu bestimmen! Nicht nur das: Mose sollte von „seiner Hoheit und Würde auf ihn legen, damit ihm die ganze Gemeinde gehorche“.

Seinen Beschluss aber, warum ER Josua erwählt hatte, begründete der Herr mit den Worten: „Josua … ein Mann, in dem der Geist ist“.

Mose hatte zwar noch versucht, Gott umzustimmen und ihn gebeten: „Lass mich hinübergehen und sehen das gute Land jenseits des Jordans, dies gute Bergland und den Libanon.“ Doch er musste bekennen: „Aber der Herr war erzürnt auf mich um euretwillen und erhörte mich nicht, sondern sprach zu mir: Lass es genug sein! Rede mir davon nicht mehr! Steige auf den Gipfel des Gebirges Pisga und hebe deine Augen auf nach Westen und nach Norden und nach Süden und nach Osten und sieh es mit deinen Augen; denn du wirst nicht über den Jordan gehen. Und gebiete dem Josua, dass er getrost und unverzagt sei; denn er soll über den Jordan ziehen vor dem Volk her und soll ihnen das Land austeilen, das du sehen wirst“
5.Mose 3,25-28

Danach wird berichtet: „Und Mose ging hin und redete diese Worte mit ganz Israel und sprach zu ihnen: Ich bin heute hundertundzwanzig Jahre alt und kann nicht mehr ein- und ausgehen. Dazu hat der Herr zu mir gesagt: Den Jordan hier sollst du nicht überschreiten! Der Herr, dein Gott, wird selber vor euch hergehen. ER selber wird diese Völker vor dir her vertilgen, damit du ihr Land einnehmen kannst. Josua, der soll vor dir hinübergehen … Seid getrost und unverzagt, fürchtet euch nicht und lasst euch nicht vor ihnen grauen; denn der Herr, dein Gott, wird selber mit dir ziehen und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen“
5.Mose 31,1-6

Es war wichtig, dass Gott, der Herr, noch bevor die Israeliten einen Fuß in das verheißene Land setzten, alle wissen ließ, wer vor ihnen herziehen würde, nämlich ER selbst!

Nicht nur das Volk benötigte diesen göttlichen Zuspruchs! Besonders Josua musste innerlich gestärkt und ermutigt werden, war es doch bisher immer Mose gewesen, der von Gott klare Anweisungen erhalten hatte und den Stab des Anführers und Befehlsgebers in der Hand hielt!

Deshalb lesen wir weiter: „Und Mose rief Josua und sprach zu ihm vor den Augen von ganz Israel: Sei getrost und unverzagt; denn du wirst dies Volk in das Land bringen, das der Herr ihren Vätern geschworen hat, ihnen zu geben, und du wirst es unter sie austeilen. Der Herr aber, der selber vor euch hergeht, der wird mit dir sein und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht“
5.Mose 31,7-8

Nun hatten es alle gehört! Nun wussten es jeder: Josua war von Gott dazu berufen worden, das verheißene Land einzunehmen und es den Stämmen Israels auszuteilen!

Bist du dir der Tatsache bewusst, dass auch über deinem Leben eine göttliche Berufung steht?

Als Jesus Christus SEINE Hand auf dich legte und dich aus der „grausigen Grube gezogen hat, aus lauter Schmutz und Schlamm und deine Füße auf einen Fels stellte, damit du sicher treten konntest“ (Ps.40,3), hat ER dich auch, wie Paulus es Timotheus bezeugte, „mit einem heiligen Ruf berufen“
2.Tim.1,9

Wozu wurdest du berufen?

Christus, unser Herr, hat dich „aus der Finsternis in SEIN wunderbares Licht berufen“
1.Petr.2,9

Gott hat dich „zur Gemeinschaft SEINES Sohnes Jesus Christus berufen“
1.Kor.1,9

ER hat dich „dazu berufen, das ewige Leben zu ergreifen“
1.Tim.6,12

ER hat dich „zu SEINEM Frieden berufen“
Kol.3,15

ER hat dich „berufen, heilig zu sein“
1.Thess.4,7

Auch in seinem Brief an die Gläubigen in Rom, sprach Paulus von unserer Berufung, denn er sagt: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach SEINEM Ratschluss berufen sind. Denn die ER ausersehen hat, die hat ER auch vorherbestimmt, dass sie gleich sein sollten dem Bild SEINES Sohnes, damit dieser der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Die ER aber vorherbestimmt hat, die hat ER auch berufen, die ER aber berufen hat, die hat ER auch gerecht gemacht, die er aber gerecht gemacht hat, die hat Er auch verherrlicht“
Röm.8,28-30

Welcher Ratschluss Gottes ging unserer Berufung voraus?

Unser himmlischer Vater hat uns dazu berufen, dass wir „IHN lieben“.

ER hat uns dazu berufen, dass uns „alle Dinge zum Besten dienen“.

ER hat uns dazu berufen, „dem Ebenbild SEINES Sohnes gleichgestaltet zu werden“.

ER hat uns dazu berufen, „gerecht zu sein“.

ER hat uns dazu berufen, „herrlich zu sein“.

Doch Achtung!

Rühme dich nicht deiner Berufung, denn Gott hat nicht die Starken, die Mächtige und die Weisen dieser Welt erwählt, sondern das Schwache, das Geringe und das Verachtete, um zuschanden zu machen, was etwas ist, damit sich vor IHM kein Mensch rühmen kann
1.Kor.1,26-29

„Lebe deiner Berufung würdig, mit der du berufen wurdest“
Eph.4,1

„Mache deine Berufung und Erwählung fest, damit du nicht strauchelst“
2.Petr.1,10

Und sei dir stets gewiss, dass „Gottes Gaben und Berufung IHN nicht gereuen können“
Röm.11,29

Josua – der Eroberer

Nachdem Mose im Alter von hundertundzwanzig Jahren gestorben war und die Israeliten ihn dreißig Tage lang beweint hatten, wird uns gesagt: „Josua aber, der Sohn Nuns, wurde erfüllt mit dem Geist der Weisheit; denn Mose hatte seine Hände auf ihn gelegt. Und die Israeliten gehorchten ihm und taten, wie der HERR es Mose geboten hatte. Und es stand hinfort kein Prophet in Israel auf wie Mose, den der HERR erkannt hätte von Angesicht zu Angesicht, mit all den Zeichen und Wundern, mit denen der HERR ihn gesandt hatte, dass er sie täte in Ägyptenland am Pharao und an allen seinen Großen und an seinem ganzen Lande, und mit all der mächtigen Kraft und den großen Schreckenstaten, die Mose vollbrachte vor den Augen von ganz Israel“
5.Mose 34,9-12

Die Fußstapfen, in die Josua nach dem Tod Moses treten sollte, waren groß, sehr groß! Doch im gleichen Moment, in dem Josua die Führung übernahm, stellte sich auch Gott an seine Seite, denn „Josua wurde erfüllt mit dem Geist der Weisheit“.

Auch die Akzeptanz und Unterstützung durch das Volk war gesichert, denn sie alle hatten gehört und gesehen, dass Mose seine Hände auf ihn gelegt und ihn zu seinem Nachfolger ernannt hatte. Deshalb betont die Schrift: „Und die Israeliten gehorchten ihm und taten, wie der Herr es Mose geboten hatte“.

Dann aber geschah etwas, das Josua zuvor noch nicht erlebt hatte: Bisher hatte Gott immer nur zu Mose gesprochen – jetzt sprach der Herr zu ihm!

Wir lesen: „Nachdem Mose, der Knecht des HERRN, gestorben war, sprach der HERR zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener: Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gegeben habe“
Jos.1,1-2

Josuas Aufgabe war klar umrissen: „Mose ist tot – jetzt mach dich auf, zieh über den Jordan und nimm das Land ein!“

Doch das war nicht alles, was der Herr zu Josua sagte!

Zunächst ließ ER Josua wissen, wie das verheißene Land eingenommen werden sollte: „Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose zugesagt habe“
Jos.1,3

Ja, das ganze Land und der Besitz von sieben Völkern war ihnen von Gott gegeben worden! Aber tatsächlich besitzen würden sie nur das Land, auf das sie ihren Fuß gesetzt hatten!

Deutlich sichtbar wurde diese Tatsache, als das Volk den Jordan überqueren wollte, der zu jener Zeit Hochwasser führte. Erst als „die Priester ihre Fußsohlen in den Jordan gestellt hatten, floss das Wasser nicht weiter, sondern blieb stehen wie ein einziger Wall“
Jos.3,11-13

Auch als fünf Könige der Amoriter besiegt worden waren, wird uns berichtet: „Als aber die fünf Könige zu ihm gebracht worden waren, rief Josua alle Männer Israels zu sich und sagte: „Kommt und setzt eure Füße auf den Nacken dieser Könige. Und sie kamen und setzten ihre Füße auf ihren Nacken. Und Josua sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht und erschreckt nicht, seid getrost und unverzagt; denn ebenso wird der Herr allen euren Feinden tun, gegen die ihr kämpft“
Jos.10,24-25

Nachdem der Herr dem Josua gesagt hatte, wie und auf welche Weise die Israeliten das Land einnehmen sollten, erklärte er ihm jetzt, welches Gebiet ER ihnen zum Besitz gegeben hatte: „Von der Wüste bis zum Libanon und von dem großen Strom Euphrat bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang, das ganze Land der Hetiter, soll euer Gebiet sein“
Jos.1,4

Damit war Josuas Auftrag klar umschrieben! Doch auch damit ließ es der Herr nicht bewenden!

Jetzt kümmerte sich der Herr um Josuas Sorgen und Befürchtungen, denn mit jedem Wort wollte ER SEINEN Diener stärken und ermutigen!

Hier muss man innehalten und Gottes Herz berühren, denn welcher Arbeitgeber kümmert sich auch um das Wohlbefinden seines Angestellten, nachdem er ihm erklärt hat, welche Arbeit er zu verrichten hat?

Gottes Worte waren fürsorglich, voller Wärme, Zuspruch und Trost, denn ER sagte: „Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt; denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will, wie ich ihren Vätern geschworen habe. Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, auf dass du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst ... Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht, denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst“
Jos.1,5-9

„Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang.“

Wir dürfen nicht vergessen, dass das Gute Land, das Gott SEINEM Volk zum Erbe gegeben wollte, von sieben Völkern bewohnt war! Sie waren nicht nur in der Überzahl; sie waren auch stärker, gemäß ihrer Körpergröße länger und durch hohe Mauern und befestigte Städte geschützt. Es gab sogar Riesen, die auf dem Gebirge wohnten!

Das aber bedeutete, dass jeder Schritt, den die Israeliten zu gehen hatten, mit Kampf verbunden sein würde!

„Sei getrost und unverzagt! Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht!“

Schon zu Mose hatte der Herr gesagt: „Und gebiete dem Josua, dass er getrost und unverzagt sei; denn er soll über den Jordan ziehen vor dem Volk her und soll ihnen das Land austeilen, das du sehen wirst“
5.Mose 3,28

Dass der Herr auch jetzt dreimal betonte: „Sei getrost und unverzagt“, lässt uns erkennen, wie sehr sich Josua, angesichts der vor ihm liegenden Aufgabe, überfordert sah und wie sehr er innerlich gestärkt, aufgebaut und ermutigt werden musste!

Wie wohltuend müssen diese Worte daher für ihn gewesen sein: „Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein. Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen.“

Bisher war Josua nur der Diener Moses gewesen! Jetzt war er das geworden, was sein Herr zuvor gewesen war: ein Berufener und Vertrauter Gottes, des Ewigen und Allerhöchsten!

Wir alle brauchen Ermutigung, nicht nur dann, wenn wir vor einer Aufgabe stehen, die unsere Befähigung übersteigt!

Wie sehr fühlen wir uns erhoben und innerlich geadelt, wenn der Herr zu uns sagt: „Ich bin mit dir!“

Wie tröstlich und stärkend ist es, wenn der allmächtige Gott, der durch Jesus Christus unser Vater geworden ist, zu uns sagt: „Niemand soll dir widerstehen – dein Leben lang! Wie ich mit Abraham und Jakob gewesen bin, wie ich mit Mose und Josua war, wie ich mit David war, mit Petrus, Paulus und Johannes, so will ich auch mit dir sein! Ich, der Herr, dein Gott, bin mit dir in allem, was du tust! Ich werde dich nicht verlassen und nicht von dir weichen!“

Wie sehr bedürfen wir dieser Ermutigung – fortwährend – immerzu – an jedem Tag unseres Lebens!

Was waren die letzten Worte Jesu, bevor ER vor den Augen SEINER Jünger in den Himmel aufgehoben wurde und sich zur Rechten des Vaters niedersetzte? ER sagte: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden … Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“
Mt.28,18-20

Wie würde ein Tag für dich beginnen, wenn der Herr des Himmels und der Erde, der Gott allen Trostes und aller Gnade, der Vater der Herrlichkeit, frühmorgens, mit lauter Stimme, zu dir sagen würde: „Es soll dir heute niemand widerstehen! Ich bin mit dir! Ich bin für dich! Ich streite für dich! Ich kämpfe für dich! Ich habe dir mit meinem Sohn alles gegeben, alles geschenkt, was ich dir zu geben vermochte! Daher kannst du aus SEINER Fülle nehmen – Gnade um Gnade! Niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden! Wer gegen dich streitet, wird im Kampf gegen dich fallen! Ich werde dich nicht verlassen noch von dir weichen! Sei also getrost und unverzagt! Fürchte dich nicht! Ich bin mit dir in allem, was du heute tun wirst.“

Wenn man liest, wie sehr dem Herrn das Wohlbefinden Josuas am Herzen lag und mit welchen Worten ER ihn stärkte und ermutigte, dann muss man zu dem Schluss kommen, dass unser himmlischer Vater für uns nur Gutes im Sinn hat! Und dass es keinen Tag geben sollte, an dem wir nicht getrost und unverzagt den Tag beginnen und mutig und sorglos nach vorne schauen sollten!

Wenn „Gott für uns ist, wer kann dann gegen uns sein“?

Wenn „ER SEINEN eigenen Sohn nicht verschont, sondern IHN für uns alle dahingegeben hat, wie sollte ER uns mit IHM nicht alles schenken?“

Wer will gegen uns streiten? „Wer will uns verdammen? Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht! Christus ist hier, der für uns gestorben ist, ja, vielmehr, der auch auferweckt ist und uns zur Rechten Gottes vertritt! Was kann uns von der Liebe Gottes scheiden? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert? In dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat“
Röm.8,31-37

Als Mose seine Hände auf Josua gelegt hatte, war etwas von Moses Glanz, Herrlichkeit und Würde auf Josua gelegt worden – vor den Augen des ganzen Volkes!

Doch jetzt, nachdem Mose gestorben war, legte Gott, der Herr, SEINE Hände auf Josua und erfüllte ihn mit SEINEM Geist – dem Geist der Weisheit!

Danach, so würde man meinen, war Josua voll ausgerüstet, um „es auf allen seinen Wegen recht ausrichten zu können“!

Doch das war in den Augen Gottes immer noch nicht ausreichend, denn ER sagt zu Josua: „Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst. Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen, nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst es recht ausrichten (weise handeln)“
Jos.1,7-8

Ja, Mose hatte seine Hände auf Josua gelegt! Ja, Josua war mit dem Geist der Weisheit erfüllt worden! Doch, um jeden Tag, der noch folgen würde, „weise handeln“ zu können, sollte Josua Gottes Wort „Tag und Nacht betrachten“, es in seinem Herzen bewegen und mit seinem Mund aussprechen!

Man stelle sich vor: Josua hatte den Auftrag erhalten, ein ganzes Volk in ein Land zu führen, das von sieben Völkern bewohnt war! Er sollte jeden Feind besiegen, das Land einnehmen und jedem Stamm das Gebiet zum Besitz geben, das Gott verordnet hatte.

Es lässt sich nur erahnen, wie viel Arbeit jeden Tag auf Josua wartete. Doch was sollte er Tag und Nacht betrachten? Die Entwürfe seiner Strategien? Die Kriegswaffen seiner Männer? Seine Dienstpläne und Termine? Nein!

Die Voraussetzung dafür, dass das, was Josua tat, auch gelingen würde, lautete: „Lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst weise handeln können.“

Josua war von Gott dazu berufen worden, das verheißene Land einzunehmen und den Stämmen Israels auszuteilen!

Bist du dir der Tatsache bewusst, dass auch du dazu berufen wurdest, „einzunehmen“ und „auszuteilen“?

Doch bedenke, dass du nur austeilen kannst, was du zuvor eingenommen hast!

Gottes Wort sagt. „Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist“
Jh.3,27

Was du nicht empfangen hast, das kannst du anderen nicht geben!

Für andere ein Segen sein, kannst du nur, wenn Gott dich zuvor gesegnet hat
1.Mose 12,2

Du kannst nur Gutes hervorbringen, wenn in deinem Herzen Gutes vorhanden ist
Lk.6,45

Wer andere in ihrer Trübsal trösten will, der muss zuvor „vom Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes“ getröstet worden sein
2.Kor.1,3-4

Wer die Herrlichkeit Jesu Christi bezeugen und widerspiegeln will, der muss sie zuvor gesehen haben
Apg.26,16; 2.Kor.3,18

„Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben!“

Durch die Gnade Gott, die uns in Christus Jesus gegeben wurde, sind wir zwar „in allen Stücken reich gemacht, in aller Lehre und in aller Erkenntnis“ (1.Kor.1,9), doch zu unserem geistlichen Besitz wird nur das werden, worauf wir „unseren Fuß“ im Glauben gestellt haben!

Wie wichtig „unsere Füße“ im geistlichen Kampf sind, erkennen wir, wenn wir lesen: „Der Gott des Friedens aber, wird der Satan unter eure Füße treten in Kürze“
Röm.16,20

Und zu SEINEN Jüngern hatte Jesus gesagt: „Seht, ich habe euch Macht gegeben, zu treten auf Schlangen und Skorpione, und Macht über alle Gewalt des Feindes; und nichts wird euch schaden“
Lk.10,19

„Lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht.“

Wir können nur austeilen, was wir zuvor eingenommen haben!

Wer Gottes Wort, das Wort der Wahrheit und des Lebens, verkündigen will, der muss es zuvor verinnerlicht haben!

Wer anderen das Brot des Lebens darreichen will, der muss es zuvor gegessen haben
Jh.6,27+35

Wer das Wort Christi „auf den Dächern predigen“ will, dem muss Christus, der Herr, zuvor „das Ohr geöffnet haben“
Mt.10,27; Jes.50,4b

Davon sprach Jesus auch, als ER sagte: „Darum gleicht jeder Schriftgelehrter, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt“
Mt.13,52

„Lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht.“

Ganz gleich, wie beschäftigt du bist und wie viel du zu tun hast: Nimm dir jeden Tag Zeit, um zu den Füßen Jesu Platz zu nehmen und „SEINER Rede zuzuhören“.

„Das ist das gute Teil, das niemand von dir nehmen soll“
Lk.10,39-42

„Komm mit Zuversicht zum Thron der Gnade, um Barmherzigkeit zu empfangen und Gnade zu finden“
Hebr.4,16

„Schütte dein Herz vor IHM aus“ (Ps.62,9) und „lege alles ab, was dich beschwert“
Hebr.12,2

„Komm zu Gottes Ruhe“ (Hebr.4,9-11). Dann höre, wie ER zu dir sagt: „Sei getrost und unverzagt … Ich bin mit dir in allem, was du tust … Niemand soll dir widerstehen … Jede Stätte, auf die deine Fußsohlen treten werden, habe ich dir gegeben … Ich will dich nicht verlassen, noch von dir weichen!“

„Lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen!“

Gottes Wort sagt: „Einem Mann wird vergolten, was sein Mund geredet hat, und er wird gesättigt mit dem, was seine Lippen ihm einbringen. Tod und Leben stehen in der Zunge Gewalt; wer sie liebt, wird ihre Frucht essen“
Spr.18,20-21

Sprich aus, was du im Herzen glaubst und erfahre, wie machtvoll dein Bekenntnis ist!

Sprich aus, was du von Jesu erkannt hast und was ER dir geworden ist, und du wirst dich von der Frucht deiner Lippen ernähren: Frieden und Freude werde dein Herz erfüllen!

„Betrachte es Tag und Nacht … Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst weise handeln können.“

Welch großartige Verheißung: Unser himmlischer Vater verheißt uns Gelingen auf allen unsren Wegen und Weisheit in allem, was wir tun, wenn SEIN Wort, das Wort Christi, in unsren Herzen wohnt.

Man kann von Weisheit reden, Menschen Weisheit lehren und ihnen sagen, wie man sich weise und umsichtig verhält! Doch wahre Weisheit kommt von Gott und hat ihren Ursprung nicht im menschlichen Verstand!

Die Klugheit der Menschen ist nicht Weisheit bei Gott!

„Wir reden von der Weisheit Gottes, die kein Herrscher dieser Welt erkannt hat“
1.Kor.2,6-8

Der Psalmist bekannte: „Ich habe mehr Einsicht als alle meine Lehrer, denn über deinen Mahnungen sinne ich nach … Dein Wort macht klug“
Ps.119,99+104

Wer sich also nach Weisheit sehnt, der muss zu Gottes Wort kommen, dem Wort der Wahrheit und der Gnade, und es in seinem Herzen bewegen, denn daraus fließt ihm Weisheit zu!

Wer sich nach Weisheit sehnt, der muss zu Christus kommen, denn „in IHM verborgen wohnen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis“
Kol.2,3

Wer sich nach Weisheit sehnt, der muss „in Christus sein“, denn die Schrift sagt: „Durch IHN aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit“
1.Kor.1,30

Wenn du Gottes Wort liest, dann suche und finde darin Jesus Christus, denn ER hat gesagt: „Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt“
Jh.5,39-40

Und das war es, was der Herr tat, als er zwei seiner Jünger auf ihrem Weg nach Emmaus begleitete, die traurig, verwirrt, ratlos und mutlos waren: Jesus „öffnete ihnen die Schrift und zeigte ihnen, was darin von IHM gesagt war“. Danach waren ihre Augen geöffnet! Danach „erkannten sie IHN“. Danach „verstanden sie die Schrift“! Danach „brannte ihr Herz“! Danach waren sie getröstet und bereit, anderen Menschen den auferstandenen Herrn und Christus zu bezeugen
Lk.24,13-45

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